No Man

Scorpio Electric: No Man

Seit dem Erstling Slave sind sechs Jahre vergangen. Diese Zeitspanne hat Veränderungen mit sich gebracht. Das Quartett Scorpio Electric ist mit der Sängerin Helen Iten zum Quintett geworden, das Schlagzeug wird neu von Beni Bürgin statt Christian Niederer bedient. Zudem ist das aktuelle Album No Man auf dem renommierten deutschen Label Mons Records erschienen.


Dies alles weckt hohe Erwartungen, zumal man davon ausgehen kann, dass eine Band, die sich zwischen zwei Produktionen sechs Jahre Zeit lässt dann auch wirklich etwas (Neues und Gereiftes) zu spielen hat. Beim Anhören der zwölf Songs wird sofort deutlich, dass die Erwartungen erfüllt werden.


Klar, die Band klingt nun anders, aber immer noch sehr eigen. Helen Itens Stimme hat einen hohen Wiedererkennungswert gerade weil sich ihre eigene Klangfarbe wohltuend vom Durchschnitt abhebt. No Man kommt als hipper Lounge-Sound daher, mit fettem Fender-Bass, spannenden Voicings von Saxofon und Gesang und ausgedehntem leicht bluesigem Gitarrensolo. Morning Sun hat geradezu Ohrwurmqualität Fabienne Hoernis Sopranosound fesselt und Itens Scateinlage vollendet den Song perfekt. Schade, dass die Lyrics nur auf der Homepage abrufbar sind und nicht Eingang in ein Booklet dieser grafisch überaus schön gestalteten CD gefunden haben.

(sge, Jazz'n'More (05/2009)

Ohrentest

Scorpio Electric springt aus jeder Stil Schublade

Sieben Jahre sind vergangen, seit das Quartett «Scorpio Electric» mit Slave 2003 sein Debüt veröffentlichte. Nun also hat der Trippstadter Musiker, Produzent und Chef des Labels Mons Records, Thilo Berg, das Nachfolge-Album der eigenwilligen Jazz-Pop-Rock-Formation veröffentlicht, die sich heuer mit der Sängerin Helen Iten zum Quitett gemausert hat.


Gitarrist Marco Figini, der auch bei der Schweizer Big-Band «Swiss Jazz Orchestra» in die Saiten greift, zeigt einmal mehr seine Qualitäten als ein stilistisch mit allen Wassern gewaschener Gitarrist – wenn auch seine besondere Vorliebe für rhythmisch interessante Jazz-Skalen unüberhörbar ist. Sein Spiel harmoniert wunderbar mit den Saxophon-Lines von Fabienne Hoerni, während die Rhythmusgruppe um den neuen Drummer Beni Buergin und Bassist Jeanpierre Schaller ein äusserst quirliges Fundament legt.


Wer die Schweiz als beständigen Hort des Konservatismus wähnt, wird angesichts dieses komplex-innovativen Albums mehr als erstaunt sein. In die berüchtigte Stil-Schublade lässt sich No Man keinesfalls einordnen. Erfrischend.

(wlp, Rheinpfalz (08/2010)

Songs

No Man (2009)

No Man - No Man

No Man - Fairy Tales

No Man - Left

No Man - Breaking Your Waves

No Man - Talkin' About

Slave (2003)

Slave - Ethiopia

Slave - Six

Slave - Slave